27. Januar 2016

Jahresempfang des
Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft


Eröffnung: Gerald Bitterberg, Leiter der BVMW Wirtschaftsregion Westthüringen

Am 27.01.2016 fand der Neujahrsempfang des BVMW-Kreisverbandes Erfurt im Atrium der Stadtwerkegruppe statt.

Für die rund 400 Vertreter der Wirtschaft war das Zusammentreffen erneut eine gute Gelegenheit, sich mit Entscheidungsträgern aus Politik und Verwaltung auszutauschen und miteinander Kontakte zu knüpfen.

Als langjähriges Mitglied engagieren wir uns seit vielen Jahren bei der Vorbereitung und Durch­füh­rung dieser Veranstaltung, nicht zuletzt auch diesmal wieder mit einem köstlichen Büfett, mit dem die Gäste verwöhnt wurden.

Kaum ein Thema bewegt die Menschen zurzeit so sehr wie die aktuelle Flüchtlingskrise. Es lag also nahe, dass vor allem die Problematik der Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Beschäftigung sowohl bei den einführenden Im­puls­re­fe­ren­ten wie auch bei der sich an­schlie­ßen­den Diskussionsrunde im Mittelpunkt stand. Dabei wurden drei Schwerpunktaufgaben herausgearbeitet, die es nun forciert in Angriff zu nehmen gilt, nämlich:


Grußwort: Andreas Bausewein, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Erfurt

Impulsvortrag: Bodo Ramelow, Ministerpräsident des Freistaates Thüringen

Auszubildende und Mitarbeiter der JBF Erfurt

Auch Thüringen stehe vor einer Aufgabe in his­to­ri­scher Dimension. „Ursprünglich hatten wir im Vorjahr mit 8.000 Flüchtlingen gerechnet, ge­kom­men sind aber über 30.000. Insgesamt 60 Millionen Euro waren verplant, das Vierfache haben wir gebraucht“ räumte der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow ein. Trotzdem sieht der Ministerpräsident für Thüringen mehr Chancen als Risiken durch die Flücht­lings­ströme. „Wir haben 600 Flücht­linge im ersten Arbeitsmarkt und 700 in vorbereitenden Kursen untergebracht“, benennt er erste kleine Erfolge.


Kai Senius als Chef der Arbeitsagentur Sach­sen-Anhalt/Thüringen führte aus, dass ein sehr steiniger Weg zu bewältigen ist, der viel Geld und den enormen Einsatz von qualifiziertem Personal kosten werde, letztlich aber bewältigt werden kann. Unterstützt wurde er dabei von Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee, der weiter von einer erfolgreichen Integration der Flüchtlinge ausgeht. Neben der Verkürzung der Asylverfahren brauche es hierfür eine konsequente Integrationsperspektive als Prinzip des Aufnahmeverfahrens.

Auch wir, die JBF Erfurt, werden uns unseren Möglichkeiten und Potentialen entsprechend an den zu bewältigenden Aufgabenstellungen be­tei­ligen. Erfolgreiche Konzepte, die wir für beruf­li­che Rehabilitationsmaßnahmen strukturiert haben, lassen sich sicher in modifizierter Form auch für die Arbeitsmarktintegration von Flücht­lingen anwenden.

Im Rahmen eines Unternehmerbrunchs werden wir uns dazu mit Vertretern von Industrie und Handwerk am 11.03.2016 verständigen. Unter­stüt­zung erhalten wir dabei von der Erfurter Ar­beitsagentur und dem BVMW.

Denn: Finden Asylsuchende und Flüchtlinge erfolgreich Arbeit, dann nützt das uns als Auf­nah­megesellschaft. Der Staat muss weniger für soziale Unterstützung ausgeben. Der soziale Zusammenhalt wird gestärkt, denn Arbeit hängt eng mit anderen Integrationsbereichen zu­sam­men. Arbeit ist entscheidend für menschliche Würde, sie erleichtert die Gesundung nach traumatisierten Erlebnissen, sie ermöglicht finanzielle Unabhängigkeit.




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