4. April 2019

„Ich bin schockiert – diese Grausamkeit,
wozu Menschen fähig sein können …“


Gedenkstätte Buchenwald, Glockenturm mit Denkmal von Prof. Fritz Cremer.
Foto: Bybbisch94 unter CC BY-SA 4.0

So und mit ähnlichen Worten reagierten die Teilnehmer der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB), nachdem sie am 4. April mit JBF-Mitarbeitern eine Exkursion zum ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar unternahmen.

Viele der Teilnehmer wurden noch nie so nah mit der grausamen Geschichte Deutschlands in den Jahren zwischen 1933 und 1945 konfrontiert. Darum war eine gute Vorbereitung auf diesen Besuch sehr wichtig.

Auf geschichtlichen Informationen zum Nationalsozialismus (NS) in Deutschland folgten schockierende Bilder, die diese menschenverachtende Vergangenheit und den Völkermord in Deutschland dokumentierten. Besonders bewegend war dann die Vorführung des Filmes „Nackt unter Wölfen“, der die Grausamkeit in diesem Lager zeigte. Alle Teilnehmer waren entsetzt und fassungslos über diese Unmenschlichkeit und manche konnten sogar ihre Tränen nicht zurück halten.

Danach fand eine Führung über das Gelände des ehemaligen Lagers statt. Auch wenn die Baracken, in denen die Häftlinge damals regelrecht zusammengepfercht lebten, abgerissen wurden, spürte jeder deren maßlose Qualen nach.

Weiterhin wurden die Genickschussanlage, das Krematorium und das prägnante Eingangstor be‍sichtigt.

Abstoßend empfanden alle Teilnehmer die Überreste eines Zoos, der unmittelbar an das Lager grenzte. Wie grausam und kaltblütig muss man sein, wenn man zufriedene Tiere beim Spaziergang genießt, während direkt daneben Menschen gequält und ermordet werden.

Zum Abschluss wurde die neue Ausstellung selbständig von den Teilnehmern erkundet.

In Auswertung der Exkursion bestätigten alle Teilnehmer ihre Fassungslosigkeit über das Geschehen in der NS-Zeit. Die Frage: „Warum konnte das geschehen?“ wurde kritisch diskutiert. Es wurden Parallelen zur Geschichte Deutschlands hinsichtlich gegenwärtiger Migrationsentwicklungen gezogen. Auch die aktuellen Völkermorde wurden aufgegriffen, die trotz der erbarmungslosen Schreckenszeit des Nationalsozialismus weiterhin die Welt erstarren lassen.

Das primäre Ziel war, die geschehene Grausamkeit des Nationalsozialismus unvergessen zu ma‍chen und Gegenwart und Zukunft unter dem Aspekt eines menschenwürdigen Miteinanders zu gestalten. Und so war es sehr beeindruckend, wie einfühlsam sich jeder der Teilnehmer mit diesem Thema auseinander setzte. Alle bekräftigten die Erkenntnis, dass so etwas nie wieder geschehen darf.




Zurück...