Thüringer Allgemeine (Kreis Erfurt) vom 23.06.2021
Klasse 3a der Wilhelm-Busch-Schule besucht Projekt des Vereins Spielplatz der Generationen
Von Lydia Werner
Bindersleben. Von außen schaut das „Fliegende Klassenzimmer" mit den vier Propellern aus, als könnte es jeden Moment abheben. Kein Vergleich mehr zum Bild, das die Maschine bei der Ankunft in Erfurt bot. Das ausgemusterte Flugzeug ist eine Iljuschin, eine IL-18, welche der Verein Spielplatz der Generationen angeschafft hat. Sie zu renovieren und zu einem „Fliegenden Klassenzimmer" umzubauen, dauert seine Zeit. Die IL-18 hat ihren festen Standplatz am Rand des Erfurter Flugplatzes. Durchstarten wird sie nur noch virtuell.
Im Inneren des Fliegers gibt es noch einiges zu tun, bevor sich Schulklassen darin auf eine Entdeckungsreise begeben können. Doch das bedeutet nicht, dass Besucher solange fernbleiben müssen. Am Dienstag lernten die Mädchen und Jungen der Klasse 3a der Wilhelm-Busch- Schule aus Erfurt das Projekt des Vereins Spielplatz der Generationen und den Vorsitzenden Winfried Wehrstedt näher kennen. Er ermöglichte den 22 Kindern außerdem eine Rundfahrt mit dem Bus auf dem Flughafengelände, bei der es auch allerhand zu entdecken gab.
Blick ins Cockpit eines nagelneuen Flugzeuges geworfen
,,Ist das Flugzeug schon mal geflogen?", wollte ein Schiller gleich beim ersten Anblick der IL-18 wissen. Dass es gleich spannend weitergehen würde, merkten er und seine Klassenkameraden, als sie eine echte Sicherheitskontrolle durchliefen, um zur Rundfahrt auf dem Flugplatz zu gelangen. Gut. Das kannte so mancher von einer Urlaubsreise mit Flugzeug. Spannend war es dennoch. Rucksäcke und Jacken durchliefen die Förderbänder zu den Scannern, während die Schüler selbst das Tor mit den Metalldetektoren passierten. Wenn es laut piept, suchen die Flughafenmitarbeiter nach dem Grund. Das kam am Dienstag aber nur einmal vor und der Verursacher in einer Hosentasche wurde schnell aufgespürt. Danach erhielten die jungen Besucher eine Chipkarte am Schlüsselband. Und ab ging's in den Bus.
Andreas Wenzel von der Flughafenfeuerwehr saß am Steuer und versorgte die Kinder ebenso mit Informationen wie der Luftfahrtexperte und frühere Fluglotse Manfred Soldan. Über die vielen neuen Flugzeuge, die auf dem Gelände zwischengeparkt sind, weil die neuen Eigentümer sie in Corona-Zeiten nicht abholen konnten, staunten die Mädchen und Jungen. In das Cockpit einer A320 durften sie blicken, nachdem die Maschine gerade auf der Landebahn bewegt wurde, um die 'friebwerke zu überprüfen. Das muss regelmäßig passieren, aber langsam werden die Stellplätze leerer. ,,So viele Knöpfe", staunten die jungen Flugzeugfreunde.
Mit dem Bus über eine Start- und Landebahn zu fahren, das erlebten die Grundschüler wohl auch nur dank Corona. Vorbei ging es auch an der Wetterwarte des Flugplatzes, die unter anderem die Entfernung zur Wolkenuntergrenze misst.
Um einen der beiden Hubschrauber zu sehen, pressten die Mädchen und Jungs ihre Nasen an der Polizeistation des Flughafens von außen an die Scheiben. Bei der Flughafenfeuerwehr gab es einen Zwischenstopp, bei dem Andreas Wenzel nicht nur erzählte, sondern auch einen Wasserwerfer aus der Garage fuhr, um zu zeigen, wie dieser Sprühnebel verbreitet - sehr zur Begeisterung der Kinder.
Derweil trugen in der IL-18 Lehrausbilder Hartmut Rothe von der Jugendberufsförderung und Julian Hahn, ein Azubi im ersten Lehrjahr, Schutzgrundierung auf. Bis zu vier junge Leute arbeiten derzeit daran, dass der Innenausbau vorwärts geht.
Nach der Rundfahrt nahmen die Kinder an den Tischen und auf den Bänken unter dem Bauch des Fliegers Platz. Sie stärkten sich und lösten das Quiz der AOKplus. Gewonnen haben alle. Franziska Plock verteilte kleine Geschenke, so ging es gut gelaunt auf den Heimweg.