Wer knuspert an meinem Häuschen?

Thüringische Landeszeitung (Kreis Gotha) vom 28.11.2020

Kinderhospiz in Tambach-Dietharz erhält selbst gebackenes, süßes Pfefferkuchenhaus. Spende von der Erfurter Jugendberufsförderung

Von Conny Möller

Tambach-Dietharz. Die Corona-Pandemie sorgt auch in der Erfurter Einrichtung der Jugendberufsförderung für einige Änderungen. Eigentlich wollte die Schule dem Kinderhospiz Mitteldeutschland bei deren Erweiterungsbau unter die Arme greifen, doch daraus wurde nichts. Aus diesem Grund kamen Schüler auf die Idee etwas anderes zu machen, um den betroffenen Familien mit ihren Kindern in der Adventszeit eine Freude zu bereiten.
Da aufgrund der Hygienebestimmungen der Zutritt in das Kinderhospiz für Besucher gegenwärtig nicht erlaubt ist, empfing Felix Kalbe, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, die Gäste auf der Terrasse.
Dabei hatte Axel Stellmacher, Geschäftsführer der Jugendberufsförderung OBF), am meisten zu tragen, denn er hielt ein süßes Pfefferkuchenhaus in den Händen. Entstanden ist das während der berufsvorbereitenden Maßnahmen in der Einrichtung. Mitgeholfen hat die 17-jährige Isra aus Albanien, die sich momentan in der Küche ausprobiert.
Gebacken habe aber das Häuschen Gina, erzählt die Jugendliche. ,,Ich habe nur die bunten Verzierungen angebracht", sagt Isra. Lebensecht wirkt das Piefferkuchenhaus und wird die Kinder zum knuspern verführen, ist sich Kinderhospiz-Mitarbeiter Felix Kalbe sicher. JBF-Geschäftsführer Stellmacher lobt die Macher des Knusperhäuschens.
„Sie haben sich etwas einfallen lassen und sogar echte Kiefernzapfen mit Süßigkeiten verziert", so der Einrichtungschef. Die Jugendberufsförderung in Erfurt, die ähnlich strukturiert ist wie die FöBi in Gotha, hält schon seit vielen Jahren eine enge Verbindung zum Kinderhospiz. „Wir veranstalten sonst immer um diese Jahreszeit einen Weihnachtsmarkt, dessen Erlös wir ans Kinderhospiz geben", so der Geschäftsführer. Doch in diesem Jahr sei alles anders und so gebe es jetzt nur einen Adventsverkauf mit Dingen, die in den verschiedenen Werkstätten der Erfurter Einrichtung entstanden sind. Auch davon soll ein Teil des Erlöses wieder nach Tambach- Dietharz fließen. Wie Kommunikationsmitarbeiter Felix Kalbe bestätigte, sei das Kinderhospiz durchgängig geöffnet gewesen.

Die Nachfrage der Familien ist trotz Corona groß
,Wir haben schon vor Corona ein entsprechendes Hygienekonzept gehabt, nach dem wir auch gearbeitet haben. Jetzt sind die Masken dazu gekommen", erzählt Kalbe. Das Kinderhospiz versuche seine Arbeit fortzusetzen, denn die Nachfrage der betroffenen Familien sei groß.
Aufgenommen werden können zwölf Kinder und deren Familien. Eigentlich sollte das Nebengebäude schon bezugsfertig sein, doch da kam wirklich die Coronazeit dazwischen. Gegenwärtig sind noch die Handwerker im Gebäude beschäftigt. Zudem fehlen noch die Möbel, erklärt Kalbe. Doch rechnet er damit, dass noch in diesem Jahr die ersten Familien hier einziehen und mit ihren Kindern ein paar unbeschwerte Tage genießen können. Auch zu den Weihnachtstagen und Silvester werden im Kinderhospiz Familien mit ihren schwerkranken Kindern betreut.
"Die Eltern, die sich alle in einer Vollpflegesituation befinden, sind froh, dass wir da sind", so der Kinderhospiz- Mitarbeiter. Und deshalb sollen alle auch Spaß und Freude mit dem Piefferkuchenhaus haben.